7 Notfalltools bei Angst und Stress

Endlich ist Tina auf dem Nachhauseweg. Ihre Arbeit hat sie für heute geschafft und sie ist froh, bald zu Hause zu sein. Ihr Freund wartet sicher auch schon. „Wir wollten ja heute noch etwas unternehmen“, freut sie sich.

Gedankenverloren quetscht sich Tina mit vielen anderen in den überfüllten Zug und schlagartig ändert sich ihre gute Laune in ein ungutes Gefühl:

Ihr Herz fängt an, immer fester zu pochen und sie spürt, wie sich ihr Hals zuschnürt. Ein fetter Kloß bildet sich…

Tina weiß nicht so genau, was sie machen soll. In ihr bricht Panik aus! Das ungute Gefühl wird immer schlimmer, Tina’s Angst immer stärker!

Warum passiert das Tina? Woher kommt ihre Angst?

Angst ist eigentlich etwas ziemlich Geniales und kommt aus der Zeit, in der wir noch in Höhlen wohnten und uns gegen wilde Tiere wehren mussten.

Witterten die Menschen damals Gefahr, produzierten sie Stresshormone:

Die Muskeln begannen, sich anzuspannen, die Atmung wurde schneller, die Körpertemperatur erhöhte sich etwas. Der Mensch war nun bereit für Kampf oder Flucht!

Auch heute bekommen wir noch Angst, obwohl wir uns schon lange nicht mehr gegen wilde Tiere wehren müssen.

Haben wir zum Beispiel zu viele Termine, schaffen die Vorbereitungen dafür nicht und müssen am nächsten Tag auch noch auf Geschäftsreise, sind wir überlastet, haben Stress und bekommen Angst.

Auch jetzt passiert das in unserem Körper, was unseren Vorfahren auch passierte, nur dass wir unseren Stress nicht durch Weglaufen oder Kampf abbauen können!

Das heißt, der Stress bleibt im Körper, die Angst auch! Wir fühlen uns überfordert, nervös und aggressiv.

Im Normalfall können wir diesen Stress durch Dinge, wie zum Beispiel, genug Bewegung, soziale Kontakte, ausgewogene Ernährung oder Entspannung abbauen.

Haben wir allerdings Dauerstress und gönnen uns keine Abwechslungen, kann dieser Zustand uns zu Angst- und Stressattacken führen!

Was können wir machen, wenn wir eine solche Attacke bekommen?

1.) Atemtechnik

Deine Atmung ist daran beteiligt, wie Du Dich fühlst.

Bei einer Angstattacke wird der Atem flacher und schneller. Der Körper versucht, Dich mit genug Sauerstoff zu versorgen, da Du Dich ja eigentlich im Kampf- bzw. Fluchtmodus befindest.

Da Du aber in der heutigen Zeit weder abhaust noch kämpfst, kann der flache Atem zum Hyperventilieren führen; dies führt wiederum zu einer noch stärkeren Angst. Ein unangenehmer Kreislauf folgt!

Du kannst diesen Kreislauf durchbrechen, indem Du Dich auf Deinen Atem konzentrierst und in die richtige Bahn lenkst:

  • Atme durch die Nase ein und halte den Mund fest geschlossen (presse im Notfall die Hand auf den Mund).
  • Atme bewusst in den Bauchraum.
  • Atme länger aus, als ein.

Spüre, wie die Angst nachlässt.

2.) Karatetechnik

Balle beide Hände zu Fäusten und schlage die Handkanten fest gegeneinander.

Sage Dir dabei innerlich: „Ich kann mir vertrauen“, oder „ich bin gut so, wie ich bin“.

Mache das so lange, bis du spürst , dass Deine Angst nachlässt.

3.) Negatives zerquetschen

Lege die Angst sinnbildlich in Deine Faust hinein und zerquetsche sie!

Entspannst Du die Faust, ist der Stress so winzig geworden, dass Du ihn einfach aus der Faust abstreifen oder runter rieseln lassen kannst.

4.) Zeige der Angst Deine Stärke

Spanne Deine Muskeln wie ein Bodybuilder im Oberarm an und zeige der Angst Deine Stärke!

Baue Dich innerlich auf und sage Dir dabei in Gedanken: „Ich schaffe heute alles!“ oder „Ich fühle mich sehr stark.“ Oder was immer Dir an starken Gedanken in den Sinn kommt.

5.) Mache Dir Deine negativen Gedanken bewusst und ändere sie in Positive

Wenn Du merkst, dass in Dir Angst und Stress aufkommt, produzierst Du einen negativen Gedanken nach dem anderen und kommst ganz schnell in eine negative Gedankenspirale.

Diese Spirale kannst Du durchbrechen:

  • Lege Dir ein Gummiband um Dein Handgelenk (diese Bänder gibt es in verschiedenen Farben), welches Du den ganzen Tag trägst.
  • Ziehe an dem Gummiband, wenn Du merkst, dass die Angst kommt, so dass es an Dein Handgelenk schnippt und mache Dir damit Deinen negativen Gedanken bewusst.
  • Denke nun mit diesem Impuls bewusst einen positiven Gedanken.

Du machst Dir so Deine negativen Gedanken schneller bewusst und kannst sie besser in Positive umwandeln.

6.) Schreibe Dinge auf, die Du liebst

Besorge Dir ein schönes Tagebuch und einen Stift, mit dem Du gerne schreibst (so macht es mehr Spaß).

Nimm Dir jeden Tag 10 Minuten Zeit und schreibe Dinge auf, die Du liebst.

Notiere zum Beispiel, wenn Dein Tag besonders schön war, oder auf was Du Dich freust, oder einen Ort, den Du magst und warum du ihn magst, oder eine Person, die Du liebst und was Du alles toll an ihr findest…

In wenigen Tagen hast Du schon eine beachtliche “Schöne-Dinge-Sammlung”.

Lies Dir dieses Tagebuch ganz oft durch. So kannst Du Dein Denken auf positive Gedanken konditionieren und vermeidet Angst und Stress.

7.) Notfallbox

Schaffe Dir eine Box an, in der Du Dinge, die Du magst und Dir schöne Gefühle bereiten, aufbewahrst.

Dies kann eine CD sein, mit Musik, die Du gerne hörst, oder Düfte, die Du gerne riechst. Bilder von Menschen, die Du liebst, Tee, den Du magst…Alles, was Dich in ein schönes Gefühl versetzt.

Du kannst auch ganze Themen in diese Box hinein packen:

Magst Du zum Beispiel die Weihnachtszeit sehr gerne, sammelst Du alles in der Box, was Dich an Weihnachten erinnert: Weihnachtsduft, eine Christbaumkugel, eine Karte mit weihnachtlichem Motiv, Winterschaumbad usw.

Wenn Du Stress oder Angst verspürst, schau in Deine Box und genieße die Dinge, die Du darin gesammlt hast.

 

Vielleicht fallen Dir noch andere Notfalltools ein? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

 

Disclaimer:

Dieser Artikel dient der inneren Entwicklung sowie der bewussten Gestaltung deines Lebens. Er ersetzt keinen Arztbesuch oder eine therapeutische Behandlung!

 

Inspiriert von: Katharina & Nikolai Hanf-Dressler

 

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